Diese Anleitung setzt zwingend Windows voraus! Einige der genutzten Tools sind nicht unter Linux verfügbar.

Es ist oftmals notwendig, an dem Ort an welchem ZABOS eingesetzt werden soll, das Funksignal zu messen und somit die ideale Frequenz zum Empfang zu ermitteln.

Benötigte Hardware

Das Signal kann mithilfe von zwei unterschiedlichen Verfahren gemessen werden. Dabei gibt es aber entscheidende Unterschiede in der Genauigkeit der Messungen. Die Messung kann entweder analog oder digital erfolgen:

  1. über einen Funkscanner, z. B. dem ALBRECHT AE355M Funkscanner
  2. oder über einen DVB-T-USB-Stick: USB-Stick

Grundlagen zum Messen

Bei POCSAG-Signalen ist vor allem die Qualität (Rauschfreiheit) entscheidend. Die ungefähre Frequenz der zu empfangenen Signale ist notwendig. Änderungen im direkten Umfeld der Antenne können kleinste Änderungen im Empfang bewirken und das Signal somit verfälschen.

Frequenzen, auf denen POCSAG Signale übermittelt werden, besitzen immer ein Trägersignal. Dieses Signal ist ein guter Anhaltspunkt für das Finden der idealen Frequenz.

Anleitung zum Ausmessen

Messung mithilfe eines Funkscanners

Die hierbei entstehenden Messergebnisse sind teilweise ungenau. Sollte das ZABOS System einen DVBT-Stick zum Empfangen der Signale nutzen, wird diese Methode nicht empfohlen.

Der Funkscanner kann dazu genutzt werden, eine bestimmte Frequenz einzustellen und diese dann akustisch zu überprüfen. Hierbei kann die Qualität des Signales vor allem akustisch getestet werden.

Die empfangenen Signal können auch, abhängig vom Funkscanner, digital visualisiert werden. Darauf wird im nächsten Punkt näher eingegangen.

Messung mithilfe eines DVBT-Stick

Diese Software wird benötigt, um das Messen mit einem DVBT-Stick vorzunehmen:

Software Link Beschreibung
SDR# (sdr sharp) http://airspy.com/download/ Wird verwendet, um die Signale zu visualisieren und die genaue Frequenz zu bestimmen.
PDW http://www.discriminator.nl/pdw/index-en.html Wird verwendet, um die Signale zu dekodieren und die Signalqualität zu bestimmen
Virtual Audio Cable http://www.ntonyx.com/vac_demo.htm Wird benötigt um die Signal von SDR# in PWD zu leiten

Einrichtung eines DVBT-Stick zur Messung

Treiber ersetzten

Um den Stick auch als ein RTL SDR Device zu erkennen, muss der Treiber ersetzt werden. Dazu liefert SDR# aber alle nötigen Tools. In dem entpackten Verzeichnis von SDR# befindet sich eine install-rtlsdr.bat Datei: install-bat_sdrsharp.png Diese muss ausgeführt werden. Dabei wird ein Tool namens ZADIG runtergeladen.

Nun muss zadig.exe als Administrator gestartet werden. In dem darauf folgenden Dialog muss zuerst aus der Menüleiste der Punkt Options -> List All Devices ausgewählt werden:

zadig_menu.png

Jetzt kann aus der Select Box der DVBT Stick ausgewählt werden. Anschließend muss der Treiber mit dem WinUSB Treiber ersetzt werden: zadig_replace_driver.png

Virtual Audio Cable einrichten

Um das empfangene Signal weiter auswerten zu können, ist es notwendig eine virtuelle Verbindung zwischen dem Signal aus SDR# und dem Input zu PDW zu erschaffen:

vac_diagram.png

Nach der Installation von VirtualAudioCable (VAC) müssen noch folgende Einstellungen an den Aufnahmeoptionen unter Windows vorgenommen werden:

vac_settings.png

Signal visualisieren und Frequenz bestimmen

Um ein verwendbares Signal zu erhalten, ist es absolut notwendig, die genaue Frequenz zu bestimmen. Dazu wird SDR# verwendet. Nach dem Start von SDR# muss aus dem Menü am linken Rand ein Typ ausgewählt werden: rtlsdr_source.png Da ein USB Stick verwendet wird, muss RTL-SDR (USB) gewählt werden.

Im Anschluss muss das Zahnrad-Symbol (links neben dem Lautstärkeregler) betätigt werden um das Device Menü zu öffnen.

Hier sollte nun das Gerät als Generic RTL2832U ausgewählt sein. Die Checkboxen RTL AGC (AutoGainControl) und TUNER AGC sollten ebenfalls ausgewählt sein:

rtlsdr_settings.png

Nachdem das Gerät erfolgreich konfiguriert wurde, kann der Scan mit einem Klick auf das Play-Symbol gestartet werden. Nun wird an den gewählten Bereich herangezoomed und auf ein Signal gewartet. Je nach Region wird ein POCSAG-Beacon in regelmäßigen Abständen, z. B. in 4 Minuten-Intervallen, gesendet. Sollte ein Signal empfangen werden, kann es leicht an dem Wasserfall Diagramm identifiziert werden. Hier ein Beispiel:

sdr_sharp_example01.jpg

Anhand dieses Bildes wird ersichtlich, dass der rote Strich (Frequenz, auf der gemessen wird) nicht mittig zu dem empfangenen Signal liegt. Jede Frequenz, auf der POCSAG-Signale übermittelt werden, besitzt ein Trägersignal. Somit muss die Frequenz mit dem Trägersignal übereinstimmen!

sdr_sharp_example02.jpg In diesem Bild ist die typische "Wellenform" des POCSAG Signales erkennbar. Die eingestellte Frequenz entspricht nun der des Trägersignales.

Die so eingestellte Frequenz ist die optimale Frequenz zum empfangen des Signales an diesem Ort, mit der angeschlossenen Antenne.

Auswerten der POCSAG Signale in PDW

Das Signal aus SDR# muss noch in die VAC Line1 geleitet werden, um es in PDW als Eingabequelle nutzen zu können: sdr_sharp_output.png

Nachdem PDW gestartet wurde, wird die Quelle der Signale eingestellt. Dazu findet man unter Interface -> Setup (Ctrl-S) den notwendigen Dialog.

Hier muss nun die passende VAC Quelle ausgewählt werden: ![pdw_input_settings.png(pdw_input_settings.png)

Als letztes muss noch der passende Decoder gewählt werden. Dies kann unter dem Menüpunkt Options -> Options... (Ctrl-O) konfiguriert werden.

Die Einstellungen könnten wie folgt aussehen: pdw_poc_settings.png

Nun muss sich SDR# im Play-Modus befinden: Das Gerät ist eingeschaltet und die Signale sind sichtbar.

Es sollte nun ein Ausschlag der Pegelanzeige oben rechts in PDW sichtbar sein.

Sobald nun ein POCSAG-Signal in SDR# ankommt, wird PDW versuchen dieses zu dekodieren. Die Ergebnisse werden im besten Falle angezeigt. Unter der Anzeige des Pegels erscheint eine Prozentangabe. Diese Prozentangabe beschreibt die Qualität des Signales.

Ein mögliches (gewünschtes) Ergebnis kann in dem folgenden Bild abgelesen werden:

pdw_result.png

Signalqualität: 95.5%